Lohnt sich ein Passivhaus ?


Das Passivhaus

Als „Passivhaus“ bezeichnet man ein Haus, welches ohne eine klassische Heizung oder Kühlung auskommt, weil es gut gedämmt ist und den größten Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Wärmequellen bezieht. Zu den passiven Wärmequellen zählen die Abwärme von Personen, die Abwärme technischer Geräte und auch die durch natürliche Sonneneinstrahlung erzeugte Wärme. Die Belüftung muss mit einer einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage erfolgen.

Den Passivhaus-Standard erreicht man durch

  • wärmebrückenfreie und luftdichte Ausführung der Gebäudehülle.
  • Fenster mit Wärmeschutzverglasung und gedämmten Fensterrahmen.
  • optimale Dämmung der Außenwände und des Dachs, also der gesamten Gebäudehülle.
  • energieeffizienteWärmerückgewinnung.
  • minimierung der Wärmeverluste bei der Warmwasserbereitung und –verteilung.

Bei einem Passivhaus mus der Gesamtenergieverbrauch kleiner oder gleich dem Wert von 120 kWh pro m² Wohnfläche sein.

Passivhaus - Die Kosten

Ein Passivhaus benötigt eine exzellent Dämmung sowie spezielle Baustoffe und Bauelemente. Zudem benötigen Sie modernste Heizungs- und Haustechnik. Es liegt auf der Hand, dass die Baukosten für Passivhäuser weitaus über einem Eigenheim liegen, welches nach den Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung errichtet wird. Während ein modernes Haus nach der Energieeinsparverordnung zwischen 1100 und 1300 Euro pro Quadratmeter kostet, liegen die Baukosten für ein Passivhaus bei mindestens 1500 Euro pro Qudratmeter.

Lohnt sich ein Passivhaus ?

Für Passivhäuser erhalten Sie von der KFW ein zinsvergünstigstes Darlehen und einen Tilgungszuschuss, der umso höher ausfällt, je energieeffizienter Sie Ihr Haus bauen. Bei einem Passivhaus liegt er derzeit bei 5%, möglichweise erfüllt Ihr Passivhaus aber auch die Anforderungen des KfW-Effizienzhaus 40. In diesem Fall erhalten Sie einen Tilgungszuschuss von 10%. Die Zinskonditionen für das KFW-Programm "Energieeffizient Bauen" erhalten Sie bei der KFW.

Bei der Betrachtung, ob sich ein Passivhaus zu bauen lohnt, kann man geteilter Meinung sein. Es lohnt sich natürlich umso mehr, desto teurer die Energie für Heizung und Belüftung wird. Die Energieeinsparung liegt zwischen 70 und 80 Prozent gegenüber einem konventionell gebautem Haus.

Wer ein Passivhaus oder sogar ein KfW-Effizienzhaus 40 zu bauen plant, wird dies aus innerer Überzeugung tun. Aus finanzmathematischer Sicht wird man mit einem Effizienzhaus keine so großen Einsparungen erwirtschaften, dass sich eine Amortisation der Mehrkosten ergibt. Dies gilt unter anderem auch aus dem Gesichtspunkt, dass nach 10-15 Jahren die Haustechnik nicht mehr als modern und effizient bezeichnet werden kann, für die man aber zuvor viel Geld bezahlte.

Passivhaus - Fragwürdigkeiten

Der in Deutschland geltende Standard für den konventionellen Hausbau ist mittlerweile derart hoch, dass man mit den offiziellen Energieverbrauch-Vergleichrechnungen wenig anfangen kann. Jedoch basieren die meisten Berechnungen noch auf Werte von Neubauten aus der Jahrtausendwende. Ich habe jedenfalls trotz intensiver Recherche keine Vergleiche Passivhaus ./. EnEV-Haus finden können.

Auch konventionelle Häuser werden schon mit dreifach verglasten Fenstern, gedämmten Bodenplatten und guter Dämmung der Gebäudehülle gebaut. Selbst Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind schon lange kein ein Alleinstellungsmerkmal von Passivhäusern oder Effizienzhäusern mehr.

Noch immer werden Passivhäuser als exklusive Premiumhäuser verkauft. Dies hat zur Folge, dass diese Häuser dann bis zu 30 Prozent mehr kosten, als ein konventionell gebautes, aber dennoch energieeffizientes Haus. Ob sich die Mehrkosten jemals amortiesieren bleibt fraglich.

Offenbar unberücksichtigt bleibt in den Lobeshymnen auch, dass zum Beispiel die meist verwendeten Polystyrol/EPS-Dämmstoffe Erdöl-Raffinerie-Produkte sind. Der für die Herstellung von Dämmstoffen benötigte Energieaufwand ist ziemlich hoch und belastet insoweit auch die Energiebilanz. Auch wenn es bereits BIO-Dämmstoffe gibt, so müssen diese angebaut, geerntet und verarbeitet werden.

Ergebnis

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die höheren Baukosten für förderfähige Effizienzhäuser, zu denen auch die Passivhäuser gehören, nicht durch die Zinsvorteile und Tilgungszuschüsse des Staates aufgefangen werden. Dies wäre auch zuviel des Guten. Wenn Sie sich ein Auto mit Hybridantrieb kaufen, tun Sie das aber auch eher für das gute Gefühl, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

Für den energieeffizienten konventionellen Hausbau mit moderner Heizungs- und Lüftungsrechnik empfehlen wir Ihnen den Hausanbieter Massivhaus-Zentrum.


© 2011 - Frank Hartung

 
Weitere Informationen finden Sie hier:    ENERGIESPARHAUS    |   NIEDRIGENERGIEHAUS
 
 

Impressum